Diese Seite ist meine private. Die Pfarrei St. Alfons betreibt sie nicht, sie weiß nichts davon, und nichts hier ist eine Verlautbarung der Gemeinde. Was ich über das Gebäude schreibe, habe ich nachgelesen und, wo es ging, nachgeprüft. Was ich über meinen Umgang mit dem Ort schreibe, ist meine eigene Sache.
Was für ein Bau das ist
Wer von der Stadt heraufkommt, sieht zuerst den Turm. Er steht frei, nördlich der Kirche, knapp vierzig Meter hoch, und gehört nicht zum Kirchenbau im engeren Sinn, auch wenn er ohne ihn nicht zu denken ist. Die Kirche selbst wirkt von der Straße aus unscheinbar. Die Westseite ist glatt und geschlossen. Vier pfeilerartige Mauerstücke flankieren paarweise die drei Bronzetüren, das ist der ganze Schmuck.
Drinnen dreht sich das um. Der Raum ist einschiffig, folgt einem trapezförmigen Grundriss und steigt zum Altar hin an, ein Motiv, das Hans Schädel bei Otto Bartnings Berliner Gustav-Adolf-Kirche von 1932 vorfand. Die Decke ist unterteilt, was an eine Basilika erinnert, ohne dass es eine wäre. Der Chorbereich wird von Glaswänden belichtet, die bis knapp zwanzig Meter hoch gehen. Das Licht fällt dadurch nicht gleichmäßig in den Raum, sondern konzentriert sich auf die Altarwand.
Dort hängt seit 1954 das Bild von Georg Meistermann, rund zehn mal zwanzig Meter, etwa zweihundert Quadratmeter. Es zeigt die Anbetung des Lammes und die himmlische Liturgie nach der Offenbarung des Johannes, unten den Erdball mit eucharistischen Motiven. Als es neu war, hat es Ärger gemacht. In Würzburg war von einem „Marsmenschengemälde“ die Rede und von „Schinken“. Hans Schädel, der mit Meistermann befreundet war, schrieb ihm am 30. Oktober 1954 einen Satz, der die Aufregung gut zusammenfasst: „Du wirst Dich freuen, Dein Bild steht wie eine kostbare glühende Vision im Raum und beherrscht denselben.“
Meistermann entwarf auch den Taufstein, ein massives Dreieck mit drei Vertiefungen an den Ecken, die als Weihwasserbecken dienen. Von Julius Bausenwein stammt der Gekreuzigte an der linken Seitenwand, angebracht schon 1955. HAP Grieshaber hat 1994 einen Kreuzweg für dieses Haus gemacht, Helmut Weber später Volksaltar, Sedilien und Ambo in Bronze. 1963 wurde der Altarraum umgestaltet, seit 1977 steht der Hauptaltar auf einer Insel, die ins Schiff hineinragt.
Wer die Baugeschichte genauer nachlesen will, findet in St. Alfons: eine Kirche der Nachkriegsmoderne eine ausführliche Einordnung mit den Quellenangaben, die ich dafür benutzt habe. Wie der Stadtteil entstanden ist, in dem die Kirche steht, steht in Frauenland und Keesburg.
Was der Ort für mich ist
Ich bin nicht mit dieser Kirche aufgewachsen. Als Kinder sind wir in Heidingsfeld zur Kirche gegangen, und irgendwann zwischen sechzehn und dreißig habe ich damit aufgehört, ohne dass es eine Entscheidung gewesen wäre. Als wir 2009 ins Frauenland gezogen sind, war St. Alfons zuerst nur das Gebäude, an dem ich vorbeifuhr.
Der Weg zurück war unspektakulär. Ich bin an einem Mittwochnachmittag hineingegangen, weil ich eine halbe Stunde warten musste und es regnete. Der Raum war leer, das Licht lag auf der Wand, und ich habe eine Weile einfach dagesessen. Danach bin ich wieder gegangen, und ein paar Wochen später noch einmal.
Was mich bis heute dort hält, ist weniger eine Überzeugung als eine Gewohnheit, die sich verselbständigt hat. Ich gehe werktags hin, meistens kurz, oft am frühen Abend, wenn die Glocke geläutet hat. Sonntags gehe ich selten. Ich kenne niemanden aus dem Gemeindeleben, ich habe kein Amt, und ich wäre die falsche Person, um jemandem zu erklären, was dort geglaubt wird. In Meine Beziehung zu St. Alfons steht genauer, was ich damit meine, einschließlich der Teile, die ich selbst nicht auflösen kann.
Was bleibt, ist etwas Praktisches. Ich weiß, wo ich hingehen kann, wenn ein Tag schiefgelaufen ist, und ich muss dafür niemandem etwas erklären. Das ist wenig. Es ist mehr, als ich mit dreißig gedacht hätte.
